kein ende der geschichte
ausgehöhlt.
der baum
der erkenntnis
rissige borke
letzte alte zellen
mühevoll
wandert wasser
aus edens boden aufwärts
bis zu tauben blüten
ohne hummelkuss
vergeblich
erwartet die schlange
reifende granatäpfel
für unsere süße
vertreibung
komm eva
erkennen wir uns
zwischendurch
drinnen
im warmen mulch
engel
lucifer
wird uns
die bienen
erfinden
Hanoier Traum
Trotzte ich
dem Reißzahn der Zeit -
steinern,
eine Säule auf dem Rücken,
diesen Schildkröten gleich,
schenkte ich dir,
Dichter,
Taifunaugen,
die besseren Worte darin zu sehen.
Griffe deine Hände,
gemeinsam
gemächlichen Schritts
das neue Ufer zu
erschreiben.
Gelassen trügen wir
das heutige Wissen,
das uns genarbt
nach neunundneunzig Stürzen.
Wir kämen an
bei uns und
über Wunden
wüchse Haut.
Ground Zero
Eventgeschult
sehe ich
durch das Glas
meines Fensters
in den Zwillingstürmen
des neuen Jahrtausends
wie die Jets
mit ihren Banknotentragflächen
auf mich zu
düsen.
Mir kommt
keine Melodie des Abgesangs
über die Lippen
nur ein Hauch
feuchten Atems gegen die Scheibe.
Mein Welten komponierendes Hirn
findet keine Vernetzung
mit den Noten eines Liedes
Rettungsfallschirme
aus Kampfanzugstoff
passen nicht zu mir
Ich suche den Fahrstuhl
der mich vor dem fernsehkalten Tag
in den Heizungskeller bringt.
Wer findet einst
die Abdrücke
meiner flüchtenden Füße
im erstarrten Brei
des Treppenhauses.
(aus Juniland” Dorante Edition 2007)
Bühne frei!
Aus den Rauchringen
des in versmogter Zeit
verkohlenden Geistes
berge ich tränenden Auges
Laub
ungekeimter Bäume.
Im Halbschlaf
peitsche ich den spukenden Stumpf,
den der Sturm
aus dem Ufersand riss,
mit dem Garn,
das keinen Ausweg weist.
Unter der Maske des Clowns
nehme ich Platz
auf hufzerwirbelten Sägespänen
bis zum Morgendunst,
streichle
mit schwebenden Händen,
unsichtbare Kinderköpfe
und borge mir
Vergessen.
Exil im eigenen Land
Zu Hause einst
trat ich
für meinen
Traumvogel
in die Pedale.
Bergauf schiebend
ahnte ich
die höher gelegene
Ebene.
Heute
erstehe ich
Sonderangebote
Flüge ins
Traumvogelland,
erwerbe
Vögel
aus Glasperlen.
Vom Rad
im Keller
wische ich
Staub
mit einer Feder.
Im Gang
die überweisung mit stempel
kann ich nicht lesen
beim wegrennen
bräche mir
verstand und
arm und
bein
ich lasse mein handy
um hilfe klingeln
ringsum antworten
defekte herzschrittmacher
die nachtschwester ersetzt
lungenflügel
durch frisch entfernte
blinddärme
der chefarzt spritzt
in die praktikantin
auf einer bahre
ich werde
weitergeschoben
mir
soll
die zukunft gehören
(aus “best german underground”, Acheron 2007)
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Unschuldsblick
Ich
habe noch nie
einen Menschen getötet,
versichert das Auge,
das gut geübt
den Feind
anvisiert,
dem Finger.
Immer
bist du es,
der abdrückt.